Bäuerliche Scheune, Erkelenz

Die Frage nach der sinnvollen Nachnutzung großer landwirtschaftlicher Gebäude und Anwesen stellt sich in Folge der Umstrukturierung landwirtschaftlicher Betriebe häufig. Neben dem materiellen Wert sind Gebäude mit großen Baumassen oft auch deshalb wertvoll, weil sie mit ihrer Kubatur Bestandsschutz genießen und in gleicher Form am gleichen Ort als Neubauten oft nicht genehmigungsfähig wären.

Die Umbaumaßnahmen für dieses Projekt haben gerade begonnen, wir erläutern die Entwurfsüberlegungen anhand von Modellfotos.

Die Hofanlage bei Erkelenz umfasst neben dem bestehenden Wohnhaus und dem Wirtschaftsflügel eine große Scheune und eine Wagenhalle, die zu zwei Wohnungen und einem Laden und/oder Atelier umgenutzt werden sollen.

Die Scheune verfügt im Wesentlichen nur an der nordöstlichen Straßenseite über die Möglichkeit, Fenster in der Gebäudehülle anzuordnen. Daher wurden mit einem 1:100 Arbeitsmodell alternative Belichtungsmöglichkeiten im natürlichen Sonnenlichtumlauf untersucht. Die daraus resultierende Entwurfslösung ist geprägt durch eine Teilabdeckung des südwestlichen Daches. Das Licht fällt über vier von lichten Bäumen bestandene Innenhöfe in alle Etagen. Terrassen, Balkone und die großflächig verglasten, loftartigen Wohnungen beziehen auf diese Weise direktes Sonnenlicht.

Drei Felder des Fachwerks sollen zusätzlich verglast werden, um morgendliches Sonnenlicht einfluten zu lassen.