Polderhuis, Amsterdam Pijp

Am 29. Juni 1865 legte Anton Jan Cozinjsen den Grundstein für dieses kleine Arbeiterhaus in einem neuen Polder vor der Stadt. Die Stadt wuchs schnell und die Straßen wurden dammartig angelegt. Allein das Polderhuis verblieb auf dem ursprünglichen Niveau des Polders und liegt heute ca. 50 cm tiefer als die Nachbarbebauung, die im Laufe der Zeit immer näher heranrückte. Durch den Neubau eines Hochhauses ist das Polderhuis, das seit 2001 den Status eines städtischen Baudenkmals hat, auch an der Rückseite von einem Gebäude umschlossen.

Der Zustand des Hauses erforderte rasches Handeln, um es vor dem Verfall zu schützen. Baulich erfolgte zunächst die Sicherung der Standfestigkeit mit neuen Gründungspfählen und vollständiger Unterfangung des Erdgeschosses. Zur Verbesserung der Funktionsabläufe in dem kleinen Haus wurden geringfügige Konstruktionsänderungen vorgenommen.

Der Dachstuhl musste bis auf die Giebelwände vollständig ersetzt werden. Er wurde in einer Zimmerei vorgefertigt und in einem Stück auf das Haus aufgesetzt. Für die Innendämmung kamen Reetrohr und Lehmputz zum Einsatz.

Die Wärmeversorgung erfolgt durch eine Luft-Wasser-Wärmepumpe, die Wandtemperierung der Außenwände sorgt für Behaglichkeit und Energieersparnis. Durch den Einbau moderner, innenliegender Vorsatzfenster konnten die originalen Fenster erhalten bleiben. Rückliegend entstand ein kleiner zweigeschossiger Neubau, mit dem der Übergang zur Hochhausfassade gestaltet und zusätzlicher Raum geschaffen wurde.

Auf der Website des Polderhuis sind die umfangreichen Restaurierungsarbeiten sehr ausführlich beschrieben: www.polderhuis.org
Bildnachweis: Bram Bos