Bäuerliche Hofanlage, Mönchengladbach

Die dreieinhalbseitige Hofanlage war in hohem Maß original erhalten und besteht aus Wohnhaus, Scheune und Stallgebäuden. Ausgehend von der Eigenart der verschiedenen Baukörper sollte eine dauerhafte Nutzung etabliert werden, die in die historische Substanz des Baudenkmals möglichst wenig eingreift. Schadhafte Holz-, Backstein- und Lehmbauteile wurden in der originalen handwerklichen Technik restauriert, ergänzende Bauteile zurückhaltend in den Bestand eingefügt. Das Wohnhaus zeichnete sich in seiner vorhandenen Konstruktion durch gut geschnittene Räume mit bemerkenswerter Höhe aus. Das Gebäude war in seiner Erschließung, Raumgliederung und Belichtung daher gut für eine zeitgemäße Wohnnutzung geeignet. Allerdings mussten Reparaturen, eine Teilrekonstruktion des Fachwerkes sowie wärmedämmende Maßnahmen durchgeführt werden.

Die Baufamilie erbrachte einen hohen Anteil an Eigenleistung und wurde für die Restaurierung des Hofes von NRW-Stadtentwicklungsminister Michael Groschek mit einer Urkunde geehrt.

Für die Restaurierung des Hofes wurden Mittel aus der Denkmalförderung des Landes NRW bewilligt, außerdem unterstützten die Deutsche Stiftung Denkmalschutz und das Amt für Agrarförderung Mönchengladbach die Umsetzung des Projekts.

Das Stallgebäude mit Toreinfahrt und einem zweigeschossigem Aufbau im Inneren wurde in seiner Struktur unverändert erhalten, die Hofwand in Fachwerk einschließlich Tür- und Fensteröffnungen rekonstruiert. Als Erstnutzung entstand ein Atelier mit Empore und transparentem Raumanschluss zur Scheune, die im wesentlichen unverändert erhalten blieb. Der frühere Pferdestall dient heute als Heizraum, der ehemalige Stauraum für Spreu auf der Tenne beherbergt das Silo der Holzpelletheizung.

Weitere Restaurierungsmaßnahmen in Stichworten: Trockenlegung der Mauerfußpunkte, Geländekorrektur im Nahbereich des Hauses, Reparatur des Hofplatzes, Befestigung der Tenne auf der Basis des vorhandenen Lehmstampfbodens, Backsteinrestaurierung und Verfugung, Ausbesserung der Lehmfüllungen im Fachwerk mit Weidengeflecht und Lehmbaustoffen, Reparatur des Dachstuhls, Neueindeckung mit Hohlziegeln und Strohdocken, Reparatur der Türen und Fenster, Restaurierung der Kölner Decken, Wandtemperierung für eine behagliche Temperierung der Wohnräume.