Gehlenhof, Korschenbroich

Die Umstrukturierung in der Landwirtschaft stellt viele Eigentümer vor die Herausforderung, neue Nutzungen für ihre oft denkmalgeschützten Bauwerke zu finden, um deren Erhalt auf Dauer zu sichern.

Auch der Stall- und Scheunenflügel des herrschaftlichen Gehlenhofes war von diesem Strukturwandel betroffen, die landwirtschaftliche Nutzung fand schon vor über zehn Jahren ihr Ende. Der ehemalige Tiefstall für vormals 75 Kühe, die Mistlege, Milchküche, Hofwerkstatt und Scheune wurden im Zuge der Restaurierung zu elf Maisonette-Wohnungen und einer Erdgeschosswohnung umgenutzt. Stall und Scheune boten mit ihren großen Volumen den Rahmen für die Neuentwicklung von 1200 m² Wohnraum.

Ein Blick in den Kuhstall, den Pferdeunterstand, die Mistlege und die Milchküche zeigt die ersten Rohbauarbeiten.

Die prägende Bestandsstruktur, bestehend aus gusseisernen Stützen, Kappendecken, Gusseisenfenstern, Backsteinwänden wie auch der große originale Dachstuhl einschließlich Sparrenlage blieben erhalten. Die Materialwahl der Umnutzung ist Innen und Außen zurückhaltend.

Eine besondere Herausforderung für den Bauentwurf bestand darin, wohnliche Belichtungsverhältnisse in der Tiefe des 41 x 25 m großen Bauwerks zu schaffen. Die im Bestand spärlich vorhandenen Fenster- und Türöffnungen wurden vergrößert und ergänzt. Durch die partielle Öffnung des Daches sowie durch Oberlichte gelangt natürliches Tageslicht in die Räume.

Die Größe der Wohnungen liegt zwischen 70 und 150 m². In den Dachräumen ist die Holzkonstruktion sichtbar und wurde durch eine helle Lasur optisch leicht zurückgenommen. Den Obergeschossen aller Wohnungen sind Loggien unter dem geöffneten Dach oder Balkone zugeordnet.